nach fast 40 Jahren auf der Gaesdonck
Jürgen Linsenmaier geht in den Ruhestand

Als am vergangenen Mittwoch eine Journalistin ein Foto unseres derzeitigen Schulleiters erbat, um dieses Foto für einen Artikel zu verwenden, kam mir spontan die Idee, ihr ein Foto zu schicken, das ich erst eine Stunde zuvor aufgenommen hatte. Es war der „Der Tag des Sports 2014“ und unser Chef - obwohl er das nicht gerne hört - mittendrin. Der Journalistin schrieb ich: „So ist er:  lieb, nett, mittendrin – nah bei den Schülern und – Bonbons verteilend.“ Das Porträt über Jürgen Linsenmaier, das kurze Zeit später in der Presse zu lesen war, wird der ein oder andere gelesen haben. Mir jedoch geht es um meinen ersten Impuls, ihn zu beschreiben: Freundlich, augenzwinkernd, nah an den Schülern und auch an den Kollegen, Bonbons verteilend und mittendrin-auch wenn das etwas niederrheinisch klingt.

Linsenmaier

So war er nicht nur während seiner letzten Dienstjahre, als er das große Schiff Gaesdonck steuerte. Wir kennen ihn schon lange so und nicht anders. Dass er bei disziplinarischen Fragen seine Autorität einsetzt und sich durchzusetzen weiß, darüber kann auch seine Umgänglichkeit im Grundsatz nicht hinwegtäuschen.
Jürgen Linsenmaier hatte immer ein offenes Ohr für Schülerinnen und Schüler, und so mancher heutige Ingenieur hat die Physikausbildung bei „Linse“, wie sie Ihn kurz nannten, genossen. Auch die Kollegen schätzen bis heute seine freundschaftliche Art des Umgangs, seinen Humor und vor allem sein Einfühlungsvermögen. Jürgen Linsenmaier interessiert sich auch für Privates und hilft, wenn es notwendig ist.

Er trat seinen Dienst 1975 als Referendar am Collegium Augustinianum Gaesdonck an und unterrichtet die Fächer Erdkunde und Physik. Heute, nach fast 40 Jahren vor Ort, kann er von sich behaupten, die Gaesdonck an vielen Stellen mit geprägt zu haben. Er baute den Fachbereich Physik auf und führte als einer der ersten Gaesdoncker Lehrer den Computer im Unterricht ein. In seiner Zeit als stellvertretender Schulleiter unter den Direktoren August Coenen und Hans-Georg Steiffert war er immer wieder ein freundschaftlicher Ratgeber, dem besonders viel am zwischenmenschlichen Miteinander im Kollegium lag. In diese Position brachte er auch seine organisatorischen und informatischen Fähigkeiten ein, indem er eine Schülerverwaltung mit einer Datenbank programmierte, und das lange bevor die Bezirksregierung überhaupt über ein solches Programm nachdachte. Diese Aufgabe realisierte er mit einer fundierten Kenntnis von Schulorganisation und schulrechtlichen Fragestellungen.

Für die letzten drei Jahre seiner Dienstzeit hatte der Stiftungsvorstand ihn gewinnen können, die Position des Direktors zu bekleiden. Der enge und gute Kontakt zu den Kollegen (aus allen Bereichen der Gaesdonck) war für ihn immer besonders wichtig, auch wenn er als Vorgesetzter wichtige und weitreichende Entscheidungen zu treffen hatte. Oft hatte er unspektakulär in der zweiten Reihe gestanden - bei seinem Ausflug in die Kommunalpolitik seiner Heimatstadt Kleve, als stellvertretender Schulleiter oder stellvertretender Leiter der THW Ortsgruppe in Kleve und einfach „seinen Job gemacht“, als neuer Direktor der Gaesdonck kamen nun weitere Aufgaben auf ihn zu. Er war in vielen Bereichen Impulsgeber, wenn es darum ging, die Arbeitsbedingungen für Lehrer und Schüler zu verbessern; dazu gehörten etwa Umbau- bzw. Modernisierungsarbeiten in Schule und Internat.
Bei offiziellen Anlässen überzeugte Jürgen Linsenmaier immer wieder durch seine gewinnende Offenheit. Seine humorvolle und verbindliche Art, mit der er x auftrat und Reden oft mit kleinen Anekdoten auflockerte, wurde von der Gaesdoncker Gemeinschaft geschätzt. Diese Gemeinschaft, die auf der Gaesdonck etwas ganz Besonderes ist, weil sie Lehrer, Schüler, Eltern, Handwerker, Verwaltungsmitarbeiter, Küchenpersonal und Reinigungskräfte miteinander verbindet, lag dem Direktor Linsenmaier immer am Herzen, und er unternahm alles, diese Gemeinschaft zu stärken.

Wenn Jürgen Linsenmaier jetzt in den Ruhestand geht, wird man ihn wohl künftig wieder öfter beim Motorsport antreffen. Hier bevorzugt der Pensionär die Porsche-Cup-Rennen am Nürburgring. Radfahren am herrlichen Niederrhein wird sicherlich ebenfalls zu seinen Beschäftigungen gehören. Der Gaesdonck wird der Datenbankexperte als Berater in der Alumni-Arbeit zur Seite stehen. „Lieb, nett und mittendrin“ – so hoffen wir ihn auch in Zukunft hin und wieder in unserem Kollegenkreis begrüßen zu dürfen.

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