Reiner Bormann und Jan-Gerd Baumann verabschiedet

Tschüs Jungs, wir sehen uns

Sie haben vieles gemeinsam die beiden Studiendirektoren Jan Gerd Baumann und Reiner Bormann, die heute im kleinen Kollegenkreis in den Ruhestand verabschiedet wurden. So kommt es gar nicht auf die Anzahl der Jahre an, die beide auf der Gaesdonck verbracht haben. Bei Jan-Gerd Baumann dürfte sogar die 40-Jahres-Grenze überschritten worden sein, zumal er auch als Schüler schon das Collegium Augustinianum Gaesdonck besuchte. Aber auch Reiner Bormann ist ein Gaesdoncker Urgestein, das mehr als 30 Jahre Dienst an unserer Schule tat. Blickt man auf die Gemeinsamkeiten der beiden Lehrer so fällt zunächst auf, dass beide unter unseren Schülern einen ausgesprochen guten Ruf genießen.



Jan Gerd Baumann, der „Bio-Baumann“ oder der „Bio-Papst“ (so bezeichnen ihn bis heute viele Ehemalige ohne den anderen Kollegen zu nahe treten zu wollen) war Jahrzehnte lang Fachvorsitzender der Biologie-Fachschaft und setzte sich permanent für moderne und experimentelle Unterrichtsmethoden in seinem Fach ein. Handlungsorientierter Unterricht mit den Neuen Medien war für ihn keine pädagogische Floskel, sondern gelebte Schulwirklichkeit. Aufgrund dieser Ausrichtung war er immer darauf bedacht, die Unterrichtsfächer, die er repräsentierte (außer Biologie noch Erdkunde) immer mit den neuesten Medien auszustatten. Als Mittelstufenkoordinator unterstützte er die Schulleitung in allen Bereichen der Mittelstufe, und hier besonders auch bei der Evaluation, wie sie seit einigen Jahren von der Bezirksregierung gefordert wird. Und er war bis zu seinem letzten Schultag – wie auch Reiner Bormann – Lehrer aus Leidenschaft, was bis heute von unseren Schülern geschätzt wird.





Auch Reiner Bormann (von den Schülern untereinander „Borri“ genannt) ist so etwas wie eine Institution auf der Gaesdonck. Seine Mathematikschüler, egal ob im Leistungs- oder Grundkurs, loben bis heute in höchsten Tönen nicht nur den Lehrer, sondern auch den Menschen Reiner Bormann, der immer ein offenes Ohr für sie hatte. Reiner Bormann war über viele Jahre der Stundenplaner des Collegium Augustinianum Gaesdonck. Diese Aufgabe gilt bis heute als eine der schwierigsten und wichtigsten Funktionen, die man an einer Schule haben kann. Hier waren immer Einfühlungsvermögen, Organisationstalent und Durchsetzungsvermögen gefordert, sieht man einmal von dem großen Zeitaufwand in der unterrichtsfreien Zeit ab. Es gelang ihm immer, einen akzeptablen Stundenplan, oft auch unter widrigen Umständen (weil neu eingestellte Kollegen ihre Verträge nicht einhielten oder andere sich kurzfristig lange krankmeldeten) zur Zufriedenheit aller zu machen.

Sicherlich könnten hier noch viele weitere dienstliche Vorzüge der beiden künftigen Pensionäre angeführt werden. Für uns Gaesdoncker ist das jedoch gar nicht so wichtig, denn es verlassen zwei wirklich „richtig nette Kerle“ die Gaesdonck, mit denen viele der Kollegen auch freundschaftlich verbunden sind. Sowohl Jan Gerd Baumann als auch Reiner Bormann sind zwei Kollegen, die immer da waren, wenn man einen Rat eines älteren brauchte. Zwei Kollegen, die auch jüngere einfach mal an die Hand nehmen und ihnen die Geheimnisse der Kendelinsel erklären konnten und die auch immer einen scharfen Blick auf das Miteinander warfen. Nicht umsonst war Jan Gerd Baumann viele Jahre Mitglied des Lehrerats und gründete Reiner Bormann mit einigen Kollegen eine Lehrerband, die unter dem Namen „Beathoven“ manche Gaesdoncker Festivität bereicherte.

Da sind wir wieder bei weiteren Gemeinsamkeiten der beiden Kollegen. Beide interessieren sich für Musik, bevorzugt Rockmusik. Während der eine selber Musik macht (Reiner Bormann) und als Kopf der Lehreband seine jahrelange Erfahrung als Bandmusiker einbrachte, sammelt der andere (Jan-Gerd Baumann) leidenschaftlich Konzertmitschnitte und besucht Konzerte von U2 bis Leonhard Cohen.

So verwundert es nicht, dass man seitens der Organisation dieser kleinen Abschiedsfeier die Lehrerband (man bat auch Reiner Bormann mitzuspielen) den musikalischen Rahmen gestalten ließ. Es war ein würdevoller, schöner Abschied für die künftigen Privatiers. Für die Laudatio hatte man mit Peter Bender, den derzeit dienstältesten Lehrer der Gaesdonck, einen begnadeten Redner ausgesucht. Er referierte kurz über die Laufbahn und die kollegialen Vorzüge der Kollegen und verabschiedete sich im Namen der Gaesdoncker Gemeinschaft von ihnen. Als Abschiedslied des gesamten Kollegiums wurde mit Unterstützung der Lehrerband „Na Na Na – kiss him goodbye“ für die scheidenden Kollegen gesungen.





Sicherlich werden wir den feinsinnigen Humor von Reiner Bormann und Jan-Gerd Baumann, die gerne einmal süffisant lächelnd die ein oder andere spitze Bemerkung machen konnten, in den nächsten Wochen vermissen.

Demnächst wird man Jan-Gerd Baumann wohl des Öfteren auf der Tennisanlage des Moyländer Tennis Clubs antreffen, während sich Reiner Bormann beim Kitesurfen auf dem Isselmeer fit halten möchte. Auch die Familie spielt bei beiden in Zukunft natürlich eine größere Rolle.

Wir bedanken uns für die Zeit mit euch und wünschen euch alles Gute. Maat et joot!

 

 
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