Sozialpraktikum 2015 – Erfahrungsberichte der Schülerinnen und Schüler der EF

Alltag – mal ganz anders…

Wer hat schon Lust, drei Wochen in einem sozialen Bereich zu arbeiten? Eine stets wiederkehrende Monotonie, verbunden mit schlechten Arbeitszeiten und unangenehmen Begegnungen? Und das alles für nichts?
Am 1. Juni 2015 gingen wir, die Schüler und Schülerinnen der EF des Collegium Augustinianum Gaesdonck, mit einem mulmigen Gefühl und genau dieser Frage in verschiedene soziale Einrichtungen, damit wir uns dort engagierten. Doch die während des dreiwöchigen Praktikums gesammelten Erfahrungen prägten uns.
Hier folgen die Ergebnisse der Auswertungsgespräche in den Gruppen der betreuenden Lehrer:

Gruppe Herr Dr. Henkel
Wir sind in den unterschiedlichsten Einrichtungen gewesen, zum Beispiel in der Behindertenwerkstatt Haus Freudenberg in Goch, dem katholischen Kindergarten St. Franziskus in Uedem, dem Wilhelm-Anton-Hospital in Goch oder auch dem Katharinenhaus, einem Seniorenheim in Winnekendonk.
Im Anschluss an das Praktikum haben wir uns in Gruppen zusammengesetzt und uns über unsere Erfahrungen in den einzelnen Einrichtungen ausgetauscht. Dabei kamen viele unterschiedliche Ergebnisse zusammen.
Die Schüler, die im Kindergarten tätig waren, berichten, wie unbeschwert das Leben der Kindergartenkinder oft noch sei. Ähnliche Erfahrungen machten die Praktikanten in den Grundschulen, jedoch sind die Kinder dort natürlich körperlich sowie geistig weiter entwickelt. Auch wenn manche Aufgaben, schulisch oder erzieherisch, Kräfte raubten und an den Nerven zehrten, waren fortschreitende Erfolge zu verzeichnen, an denen wir als Praktikanten mitarbeiten konnten. Der Dank der Kinder und der Mitarbeiter war oft zu spüren.
Einige Mitschüler berichteten aber auch von traurigen und teils auch emotionalen Erlebnissen - vor allem in Altenheimen oder Krankenhäusern, wo einige Patienten ihre letzten Lebenstage im Beisein der Praktikanten verbrachten. So erzählte ein Schüler von einem dem Tod nahen Patienten, der beim Anblick von Kindern, den Tränen nahe, sagte: „Der Kreis schließt sich.“
Warum also ist das Sozialpraktikum an der Gaesdonck unserer Meinung nach wichtig? Oft hört man Sätze wie: „Warum denn kein Berufspraktikum, das ist doch viel sinnvoller?“ Oder: „Was bringen mir diese drei Wochen, wenn ich sowieso was komplett anderes machen möchte?“ Doch genau das ist das Entscheidende: Wir lernen eine komplett neue Welt kennen, eine Welt, die wir vorher so nicht kannten. Wir werden plötzlich mit Herausforderungen und Ereignissen konfrontiert, die uns überrumpeln. Wir lernen unser Leben zu schätzen, wir sehen, wie gleich und doch so verschieden Menschen sind. Durch diese Erfahrungen haben wir viele Kompetenzen entwickelt, zum Beispiel Durchsetzungsvermögen, Teamfähigkeit und Empathie. Diese drei Wochen haben uns eine Lehre fürs Leben mitgegeben.

Gruppe Frau Dr. Lange
Traust du dir das zu? Kannst du deine Ängste überwinden? Was erwartet uns? Diesen Fragen und noch vielem mehr mussten wir uns bei dem dreiwöchigen Sozialpraktikum in verschiedensten Einrichtungen stellen. Viele von uns waren dabei in Kindergärten und Grundschulen beschäftigt. Besonders aufgefallen sind uns dabei die unterschiedliche Entwicklung der Kinder und der große Einfluss der Medien und des Umfelds der Kinder. Dadurch war die größte Herausforderung, auf alle Bedürfnisse einzugehen und die eigene seelische und durch viele Aktivitäten auch körperliche Belastung auszuhalten. In Altenheimen ging es dagegen eher ruhig zu und die Haupttätigkeit war, Menschen zu unterhalten oder abzulenken. Gerade im Krankenhaus gab es aber auch gewöhnungsbedürftige Tätigkeiten.
Insgesamt war das Sozialpraktikum für uns alle eine großartige Möglichkeit, unsere Talente und sozialen Kompetenzen an ihre Grenzen zu bringen und neue zu entdecken. Dabei waren wir in Bereichen tätig, in denen wir in einem berufsorientierten Praktikum sehr wahrscheinlich keine Erfahrungen gesammelt hätten. Viele von uns gehen aus dem Sozialpraktikum mit neuen positiven Gedanken, Eindrücken und Erfahrungen heraus.

Gruppe Herr Melis
„Es ist ein schönes Gefühl, wenn die Dankbarkeit erwidert wird.“ Vom 01. Juni bis zum 19. Juni führte die Jahrgangsstufe EF das traditionelle Sozialpraktikum durch. Schüler halfen bei den Arbeiten in verschiedenen sozialen Einrichtungen. Ihr Sozialpraktikum absolvierten die Schüler zum Beispiel in Altenheimen, Kindergärten, Krankenhäusern, Obdachlosenheimen oder in Behinderteneinrichtungen.
Dabei haben die Schüler viele neue Erfahrungen gesammelt, die allerdings nicht immer positiv waren. Viele erlebten das Gefühl, von den Bewohnern herzlich aufgenommen zu werden, und sie erfuhren viel Dankbarkeit. Doch nicht alle begegneten den Schülern mit Freundlichkeit und einige der Angestellten sahen die Praktikanten auch als Arbeitskräfte an. Allerdings sammelten die meisten sehr viele positive und neue Erfahrungen, die ihnen einen guten Einblick in die soziale Arbeitswelt ermöglichten.
Abschließend kann man sagen, dass das Sozialpraktikum eine gute Erfahrung war, und viele ihre Kompetenzen im sozialen Bereich ausbauen konnten. Es wurde Verantwortung übertragen und die Schüler haben einen Einblick in ein neues Berufsfeld bekommen. Auch wenn sich nur wenige vorstellen können, später mal in diesem Bereich zu arbeiten, hat die überwiegende Mehrheit gelernt, die Menschen und ihre Arbeiten zu schätzen und ihnen mit großem Respekt entgegenzutreten.

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